#20 Geknechtete Männer – Esther Vilar


In einem älteren Artikel bin ich schon einmal auf das Thema der Gleichberechtigung, bzw. der Gleichstellung von Mann und Frau eingegangen. Jener Artikel ist aber nicht sehr gelungen, der tragende Gedanke wird schlicht zu wenig ausgebreitet.

Meine These war die folgende: Frauen sind in der Gesellschaft schlechter gestellt, weil sie sich in einer selbst verschuldeten Unmündigkeit befinden. Dieser Situation habe ich biologisch-evolutionäre Gründe zugeschrieben und tue dies noch immer.

Nun möchte ich meine damalige These nicht widerrufen – vielmehr möchte ich einen anderen Aspekt einbringen. Es stellt sich nämlich ernsthaft die Frage ob in dieser Situation nun wirklich die Frauen die Leidtragenden sind!?

Ein Mann hat niemals eine Wahl in seinem Leben. Er ist zur Arbeit gezwungen – wie sollte er sich sonst ernähren können und vor allem: Wie sollte er sonst zu einer Familie kommen? – Er selbst hat keine Gebärmutter mit auf den Weg bekommen…
Ein Mann arbeitet also so gut er kann – versucht sich durch erarbeitetes Prestige in eine gute Lage zu bringen, wozu? Um mit höherem Prestige mehr und attraktivere Frauen (um nicht zu sagen: Vaginas) zu bekommen.

Eine Frau hat immer eine Wahl im Leben. Sie kann sich einerseits direkt (mit 16 oder so) schwängern lassen – damit verspielt sie sich aber schon einige Optionen, ist aber auch nicht so schlimm, denn arbeiten muss sie auch dann nicht unbedingt (schliesslich hat sie ja das Kind als Druckmittel).
Andererseits kann sie sich für einen Job entscheiden und Karriere machen – dabei auf Familie verzichten und enormes Prestige gewinnen, denn wow – eine arbeitende Frau(!) alle Welt wird sich vor ihr verneigen.
Am klügsten erweist sich aber der dritte Weg für die Frau – und es ist auch der übliche Weg: Sie erlernt einen Beruf – tut mehr oder wenig ihre Pflicht für 5 oder 10 Jahre, lässt sich dann schwängern und arbeitet niemals wieder.

Dieser dritte Weg ist “der Goldene”. Ihr Mann muss sich nämlich ein Leben lang vorwerfen lassen, sie habe ihren Beruf “der Familie geopfert”. Ausserdem hat sie die Kinder als Geiseln in der Hand, der Mann muss arbeiten um seine Kinder zu ernähren; will er sich scheiden lassen, dann bekommt sie die Kinder und er bezahlt dennoch weiter für sie. Perfekt!

Mit jedem Ereignis, welches die Frauen angeblich “schwach” oder als “Opfer” erscheinen lässt – lässt es sie in Wahrheit ihre subtile Knechtschaft der Männer ausbauen. Gnadenlos setzen Frauen ihre Vaginas als ultimates Argument (eigentlich: Waffe) gegen Männer ein.

[Die Unterdrückung der weiblichen Sexualität hatte - im Nachhinein gesehen - gute Gründe! Die Freude an der Pille währte für die Männer nur kurz, heute sind dadurch die Frauen von allen Nachteilen ihrer Biologie befreit. Männer sind durch ihre sexuellen Neigungen den Frauen schutzlos ausgeliefert. Wie dumm ist doch jede Hure, welche ihre Vagina für lächerliche Geldbeträge verkauft. Wie viel klüger sind all jene Hausfrauen und Mütter, welche sich 70 Jahre ihres Lebens mit ihrer Vagina finanziert haben!]

Unsere gesamte Gesetzgebung dient letztlich nur dem Schutz der Frauen. Dabei sind es doch die Männer, welche von den Frauen geplündert werden!

Frauen befinden sich also nicht bloss – wie eingangs von mir postuliert – in einer “selbst verschuldeten Unmündigkeit”. Nein, das wäre noch zu harmlos! Frauen befinden sich in einer selbst gewollten, scheinbaren Unmündigkeit!

Jene brutalen, vergewaltigenden, misogynen Typen vor welchen sich Frauen wirklich zu fürchten hätten – jene Typen existieren schon lange nur noch in den Pamphleten (alt-) feministischer Hetzerinnen. Heute leben Männer schon längst mit einem kollektiven Schuldgefühl für ihre blosse Männlichkeit – als ob sie es sich ausgesucht hätten. Prostitution ist vielleicht legal, dennoch ist man schuldig, kauft man(n) sich die Leistungen einer Dirne. Selbst lebt man als anständiger Mensch, dennoch ist man(n) schuldig, wird in der Nachbarschaft ein Mädchen vergewaltigt. Männer sterben früher als Frauen (5 Jahre? 10 Jahre?), dennoch dürfen Männer erst später in  Rente (und die Männer finden das aus kollektivem Schuldgefühl auch noch in Ornung)!

Die heutige Unterdrückung findet durch Frauen statt – und sie geschieht nicht offensichtlich, sondern sehr subtil und allumfassend!

Ähnliche Gedanken (noch viel extremer formuliert als ich es hier tue) brachte Esther Vilar schon vor über 30 Jahren zu Papier. Sie trieb Alice Schwarzer in einem Interview zur Weissglut – blieb selbst aber völlig gelassen und überlegen. Schwarzer vergriff sich völlig im Ton (und am Thema vorbei) und warf ihr – aus Not an Argumenten – Faschismus vor. Die Nazi-Keule macht sich wirklich immer gut Frau Schwarzer! – Da erkennt man gleich wer voreingenommen ist und nicht mehr weiter weiss.

Ihre Streitschrift – auf welche ich mich hier beziehe – “Der dressierte Mann” kann online gelesen werden (das Herunterladen ist vermutlich illegal). Zur Warnung: Es ist wirklich eine Streitschrift! Gerade die ersten Kapitel sind ziemlich heftig und es darf auch nicht alles wörtlich genommen werden! Vilar wollte vermutlich gerade auch die Feministinnen um Alice Schwarzer provozieren…

Erstausgabe: Vilar, Esther. (1971). Der dressierte Mann. Bertelsmann: Güthersloh.
Aktuell: Vilar, Esther. (2011). Der dressierte Mann. Das polygame Geschlecht. Das Ende der Dressur. 13. Auflage. dtv: München.

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3 Antworten zu #20 Geknechtete Männer – Esther Vilar

  1. Gunter schreibt:

    Egal, wie Dinge entstanden sind – zeichnet es eine moderne Gesellschaft nicht aus, allen Bevölkerungsgruppen den gleichen Zugang zu gesellschaftlichen Ressourcen zu ermöglichen? Die Skandinavier zeigen es uns vor – und sind damit zu den reichsten Ländern geworden! Ich empfehle dir mal das Buch “Die Söhne Egalias” von Peter Redvoort zu lesen.

    Gunter

    • raskalnikow schreibt:

      Selbstverständlich bin ich auch für den gleichen Zugang zu Ressourcen!
      Gleiches Rentenalter, Militärdienstpflicht, Sorgerecht für Kinder bei Scheidung, … Von Themen wie Frauenparkplätzen will ich schon gar nicht anfangen (damit werde ich pauschal zu “den Vergewaltigern” gerechnet).
      Warum müssen Männer immer noch meist 100% arbeiten? Die meisten Frauen aber viel weniger?
      Warum haben wir 60% Studentinnen an den Universitäten? Die könnten sich doch auch mal für einen 100% familienfreien Karrierejob entscheiden!
      Aber wie gesagt: Ich bin absolut für Chancengleichheit – dazu muss man aber wohl auch die überlegene weibliche Sexualität in die Rechnung einbeziehen.

    • templarii schreibt:

      Gleiche Zugänge? Das haben sie. Schon seit den 70er Jahren. In dem Augenblick als man genug Technik hatte um sich zu “befreien”.

      Skandinavien ist nicht eines der reichsten Gebiete der Welt weil dort Frauen irgendwie “teilhaben”, sondern weil es ein dünn besiedeltes Land voller intelligenter Menschen ist. Norwegen sogar noch voller Erdöl.

      Templarii

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