#32 Das Geschlechterverhältnis in der Schweiz – Dominanz der Frauen (3 Diagramme)


Wie ist das Verhältnis von Frauen zu Männern in der Schweiz? Gut, schlecht, angespannt oder freundschaftlich? Oder doch eher: Zahlenmässig?!

Zwei Diagramme zum Thema der Zahlenverhältnisse zwischen den Geschlechtern. Das erste Diagramm zeigt die Differenz zwischen der Anzahl Frauen und Männern (#Frauen minus #Männer). Einmal nur die Schweizer, einmal nur die Ausländer und einmal beide zusammen.

-> Diagramm anklicken und man kann alles entziffern!

Differenz Frauen - Männer 1950 - 2009, nach Nationalität

Differenz Frauen - Männer 1950 - 2009, nach Nationalität

Man sieht, immer sind und waren die Frauen in der Überzahl (mit gut 160’000 Individuen mehr {mean = 159’315; median = 163’202}). Interessant finde ich die Beobachtung, dass sich das Verhältnis bei den Ausländern geändert hat. Wiesen in den ’50er Jahren auch die Ausländer einen Frauenüberschuss aus, so ist dies seit den ’60er Jahren nicht mehr der Fall. Die Ausländische Population in der Schweiz hat einen massiven Männerüberschuss!

All zu viele Rückschlüsse lässt das Diagramm aber nicht zu. Bleibt die Altersstruktur, die Familienzusammensetzung und auch die Einbürgerungen doch unberücksichtigt.
Aber auf den ersten Blick fand ich es doch etwas beunruhigend, wenn sich da eventuell eine massive Schicht an “Junggesellen-Ausländern” aufbaut.

Auffällig ist jedenfalls, dass der Peak beim Frauenüberschuss der Schweizer mit dem Männerüberschuss bei den Ausländern 1991 zusammen fallen. Auch bilden sich beide “Hügel” danach zurück. Ob hier viele Schweizer Frauen über Heirat die Männer eingebürgert haben? Vermutlich ja!

Das zweite Diagramm zeigt die absoluten Zahlen, bildet also das Bevölkerungswachstum über die Zeit von 1950 bis 2009 nach Geschlechtern und Nationalität (Schweizer/ Ausländer) ab.

Bevölkerungswachstum nach Geschlecht und Nationalität

Ständige Wohnbevölkerung 1950 - 2009, nach Geschlecht und Nationalität

Einen kleinen politischen Seitenhieb kann ich mir an dieser Stelle nicht verkneifen: Seit 1971 könne alle Schweizer Wählen und Abstimmen – egal ob Mann oder Frau. Faktisch liegt die politische Macht somit seit 1971 in den Händen der Frauen (weil sie die Mehrheit des Wahlvolkes stellen). Alles klagen über frauendiskriminierende Gesetze, über angeblich ungerechtfertigte Lohndifferenzen, über die parlamentarische Untervertretung von Frauen und vieles mehr entpuppt sich als Schall und Rauch. Diese Klagen kommen nicht von “den Frauen”. Ein kleines aber sehr lautstarkes Grüppchen von Geisterjägerinnen steht hinter diesen “Problemen”. Wäre wirklich ein Problem vorhanden, dann hätten die Frauen mit ihrer Stimmmehrheit schon sehr lange etwas ändern können.
Besonders dreist finde ich die gespielte Empörung über die parlamentarische Untervertretung: Einerseits sind die Frauen in der Mehrheit, das heisst es sollten auch mehr Frauen als Männer um die Mandate kandidieren – dem ist aber nicht so! Andererseits könnten Frauen auch vor allem Frauen wählen und so die wenigen Frauen auf den Wahllisten wenigstens zum Mandat verhelfen – dem ist aber auch nicht so! Kandidatinnen haben – trotz Wählerinnenmehrheit – geringere Wahlchancen als Männer.

UPDATE!
Ich konnte es nicht lassen und habe auch noch die Daten der Einbürgerungen aufgetrieben und in R verarbeitet. Die nachstehenden Diagramme stellen wiederum das Bevölkerungswachstum der Schweizer Bürger dar. Darüber sind die Zahlen der Einbürgerungen geplottet (mit einer anderen Werteskala rechts!).

Schweizer & Einbürgerungen nach Geschlecht

Man sieht: Frauen lassen sich häufiger einbürgern als Männer – obwohl zahlenmässig mehr ausländische Männer in der Schweiz leben! Die Ausnahme findet sich in den Jahren 1992 bis 1997 – just dann, als der Frauenüberschuss der Schweizer (und der Männerüberschuss der Ausländer) am grössten war! Man kann also schliessen, dass sich damals die Schweizerinnen am ausländischen Männerangebot beherzt bedienten!

Es bleibt also noch die Alterstruktur als Parameter übrig. Ich vermute mal, dass ein Grossteil der Differenz zwischen den Geschlechtern durch die grössere Lebensspanne der Frauen verursacht wird. Es werden also sehr viele ältere Damen, wenigen älteren Herren gegenüber stehen – aber auch hier: Bei den Ausländern wird es sich anders verhalten. Es ist anzunehmen, dass gerade junge erwachsene Männer ihr Glück im Ausland versuchen…

Quelle:   Bundesamt für Statistik www.bfs.admin.ch  Bevölkerung nach Geschlechtern  Einbürgerungen: Männer Frauen

Dieser Beitrag wurde unter deskriptive Statistik, Geschlechterfragen, Politische Provokationen abgelegt und mit , , , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Log Out / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Log Out / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Log Out / Ändern )

Verbinde mit %s