#3 Aus der Bundesverfassung – auch für die Zentralschweizer und die SVP!


Da ich als Atheist zu einer Minderheit in der Schweizer Gesellschaft (ca. 11%)  gehöre, hat die Bundesverfassung naturgemäss meine Aufmerksamkeit erregt, da es diese Verfassung ist die mir meinen Nicht-Glauben ermöglicht. Oft zitiert wird in diesem Zusammenhang ein Punkt der Bundesverfassung aus dem Artikel 15: „Die Glaubens- und Gewissensfreiheit ist gewährleistet„.
Irritierend – vor allem wenn man die kontrastierende Realität vor Augen hat – ist die Wahl des Modus. Es wird simpel im Indikativ festgestellt, dass diese Freiheiten schon gewährleistet sind, auch wenn dies in der Realität nicht in allen Fällen zutrifft (z.B. müssen juristische Personen in vielen Kantonen in jedem Fall Kirchensteuern zahlen). Papier ist geduldig…

Nun sichert mir die Bundesverfassung aber nicht nur die Möglichkeit der Glaubens- und Gewissensfreiheit, sondern ermöglicht mir noch weit mehr. Im folgenden Artikel 16 heisst es: „1 Die Meinungs- und Informationsfreiheit ist gewährleistet. 2 Jede Person hat das Recht, ihre Meinung frei zu bilden und sie ungehindert zu äussern und zu verbreiten„.
Es steht mir also zu,  auch öffentlich über meinen Nicht-Glauben zu sprechen und meine Überzeugung im Land zu verbreiten. Aber wie schon gesagt: Papier ist geduldig…

Dass der Verfassung nicht Rechnung getragen wird zeigt das Verbot der atheistischen Plakatkampagne des Zuger Stadtrates. Über die pro christlichen Plakate der absurden Agentur-C wurde nicht einmal debattiert, gleiches Recht wird einer atheistischen Kampagne aber verweigert.

2 Gedanken zu „#3 Aus der Bundesverfassung – auch für die Zentralschweizer und die SVP!

  1. Du bist nicht allein. Das mit dem Kanton Zug finde ich eine Schweinerei und unakzeptabel für die Schweiz. Die Meinungsfreiheit ist nicht gewährleistet, unsere Bevölkerung missversteht das Wort. Doch das zeigt mir die grosse Angst in Zug. Dass so ein Plakat die Gläubigen aufschrecken macht nur deutlich wie unsicher die Kirche ist. Kein Wunder, viele verlassen das Haus Gottes, ihres Gottes.

    Zum Christentum wird man nicht geboren, man muss dazu nur krank genug sein.»
    Friedrich Nietzsche

    Glaube ist eine Krücke für jene, die Gewissheit wünschen, die einen Sinn im Leben finden wollen,
    ohne den Mut zu haben, diesen eigenständig zu suchen.
    Erich Fromm

    Mit einem Selbstverständnis, in dem Gott keine Bedeutung hat, nimmt der Mensch dass Leben in seiner radikalsten Herausforderung an. Er begreift, dass ein Sinn des Lebens nicht von einer göttlichen Instanz gesetzt ist, sonder dass alle Sinngebungen, alle auch religiösen, Werte, Gebote, Gesetze vom Menschen selber gemacht sind. Sinn seines Daseins gibt es für die Menschen nur, wenn der Mensch selbstverantwortlich solche Wertsetzungen schafft und umsetzt, die individuell und generell Lebenssinn ermöglichen.

    • Danke für den Kommentar!
      Na und ich hoffe doch, dass ich nicht alleine bin. Schliesslich bezeichnen sich immerhin 11% der Schweizer Bevölkerung als Atheisten und auch über die Liste der Konfessionsfreien (http://www.konfessionsfrei.ch/) haben sich schon einige hundert Personen öffentlich „geoutet“!
      Aber wie Schmidt-Salomon richtig erkannt hat: An guten Argumenten hat es dem Atheismus noch nie gemangelt, was fehlt ist gute PR-Arbeit.

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