#6 CVP – Streicht doch bitte endlich das „C“


Auch wenn meine Überzeugungen meistens etwas „linker“ und „grüner“ sind, trete ich doch für eine starke politische Mitte ein. Extrempositionen zeigen zwar oftmals bestehende Missstände auf und setzten die nötige Auseinandersetzung mit einem Thema in Gang (SP: soziale Ungerechtigkeit;  SVP: Fremde in der Schweiz, übermässige politische Korrektheit, Religion), sind aber meistens nicht fähig die Probleme dann auch adäquat anzugehen (fehlende Konsensfähigkeit).

Tragfähige Lösungen werden von den gemässigten Positionen aus geschaffen. Vermutlich finden sich meine Ansichten am ehesten in den liberalen Überzeugungen wieder – wenn diese nicht einfach leere Wirtschaftsgläubigkeit darstellen. Schade nur, dass gerade die FDP nicht wirklich liberal ist – bekämpft diese Partei doch die Parallelimporte! Der Grund für diese schizophrene Haltung liegt darin, dass die FDP nicht mit wirklich liberalen Köpfen bestückt ist, sondern ganz im Gegenteil mit dicken Wirtschaftsvertretern, welche für sich persönlich das Maximum herausholen möchten. Ich werde nie Grossverdiener wählen, die sind mir schlicht zu suspekt.

Übrig bleibt als ernst zunehmende Partei nur noch die CVP – die Konservativen. Nun muss ich zugeben, dass sich die einst so verstockten, biederen Damen und Herren der CVP doch ganz ansehnlich gewandelt haben. So traten sie beispielsweise für die Selbstbestimmung der Frau über ihr Leben ein und unterstützten die Abtreibungsvorlage (was die Vertreter der unbedeutenden reformierten Entsprechung EVP nicht geschafft haben). Ich musste also feststellen, dass die CVP oftmals einen für mich annehmbaren Kurs fährt: Sie unterstützen die SP in sozialen Fragen und sind sich mit der FDP über wirtschaftliche Belange einig.

Leider ist es mir dennoch nicht möglich die CVP an Wahlen zu unterstützen. Solange das „C“ im Namen der Partei (an erster Stelle!) prangt werde ich sie nicht wählen. Man kann doch nicht einem Politiker vertrauen, der an die real existierende Hölle glaubt, der von der Jungfernzeugung beim Menschen überzeugt ist, der an kannibalischen Ritualen teilnimmt (=Abendmahl), der also an wirren Wahnvorstellungen leidet.

Man kann wohl auch kaum erwarten, dass eine Partei welche ein „C“ im Namen führt bereit ist den Staat von der Religion zu trennen – ein längst überfälliger Schritt in der Schweiz. Ich verlange von meiner politischen Vertretung, dass sie aufgeklärt ist! Dass sie ein naturalistisches Weltbild ihr eigen nennt – und nicht einem obskuren Wunderglauben anhängt! Dass sie Fakten anerkennt – und sich nicht auf Behauptungen oder „Kultur“ beruft.

Die Vorfälle in Luzern und Zug (Verbot der atheistischen Plakatkampagne) haben mir meine Zweifel bestätigt. Die CVP hat fundamentale Begriffe wie die freie Meinungsäusserung oder die Religionsfreiheit nicht verstanden.

Schade, denn ich hätte gerne zumindest einen Teil meiner Stimmen für die gemässigte politische Mitte springen lassen. Dann werde ich halt weiterhin panachieren müssen: Personen unabhängig von ihrer Partei wählen… von SP über Grüne bis zu Grün-Liberalen und den einen oder anderen Glaubwürdigen von der FDP.

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