#9 Islam und Toleranz


Zurzeit wird sehr viel über den Islam geschrieben und ich möchte nicht auch noch ins allgemeine „Bashing“ einstimmen – und tue es letztlich dennoch. Als Atheist bin ich naturgemäss nicht gerade ein Freund dieser Religion – jede Religion ist eine Zumutung für den gesunden Menschenverstand – aber es wird auch viel Unsinn erzählt und ein beträchtlicher Anteil der Schweizer Bevölkerung wird über billige Angstmache manipuliert.

Enervieren möchte ich mich hier über einen Begriff: Toleranz. Von der muslimischen Defensive liest man häufig, dass der Islam „Toleranz lehre“. Zum Beispiel findet man heute  in der 20 Minuten folgendes: „Zwei Redner waren aus Deutschland angereist. Muhamed Ciftci, laut den Organisatoren Lehrer an einer islamischen Schule in Braunschweig, sagte, der Islam lehre die Toleranz gegenüber anderen Religionen.“

Wer so etwas behauptet, der weiss nicht was der Begriff Toleranz bedeutet. Diese Leute meinen, weil die Muslime in der Schweiz sehr gemässigt sind (davon bin auch ich überzeugt!) sei der Islam „tolerant“ zu nennen. Dumm nur, dass ein Muslim in der Schweiz gar nicht tolerant sein kann! Toleranz kann nur der jeweils Stärkere dem Schwächeren gegenüber zeigen. Nur wer die Macht hat seinen Gegner zu vernichten/ unterdrücken und ihn dennoch gewähren lässt, nur der ist tolerant.

Die Muslime in der Schweiz sind arg in der Minderheit und haben dementsprechend auch nur wenig Macht. Sie dürfen aber ihren Glauben ausüben, trotz der schieren Übermacht an Christen. Ergo sind die Christen der Schweiz tolerant gegenüber den Muslimen. (Redlicher Weise müsste ich sagen: Die Bürger sind tolerant gegenüber den Muslimen. Was sich in der Schweiz abspielt ist schliesslich in den meisten Fällen keine christlich-muslimische Auseinandersetzung, sonder vielmehr eine Bürgerlich-(islamisch)Religiöse und religiös ist auch schon wieder viel zu höflich: Religiotisch müsste es heissen).

Will man also wissen, ob der Islam tolerant sei, dann muss man dies in einem Land überprüfen welches eine muslimische Bevölkerungsmehrheit aufweist. Wenn ich nun aber nach Marokko, nach Algerien, nach Libyen, nach Tunesien, nach Ägypten, nach dem Sudan, nach Jordanien, nach Saudi-Arabien, nach dem Jemen, nach dem Oman, nach der Türkei, nach Syrien, nach dem Irak, nach den Emiraten, nach dem Iran, nach Pakistan, nach Afghanistan, nach Indonesien schaue, was sehe ich dort? Brutalste Unterdrückung aller Andersgläubigen und im Falle der Schiiten sogar brutale Unterdrückung der Sunniten! Der Islam ist sogar intolerant gegenüber seinen eigenen Strömungen… (erinnert mich verdächtig an die konfessionellen Wirren in Europa lange vor der Aufklärung).

Sobald der Islam also die Gelegenheit hätte Toleranz zu zeigen – tut er es nicht. Wer möchte noch behaupten der Islam sei tolerant? – Es ist mir dabei durchaus bewusst, dass in den jeweiligen Ländern auch noch andere Umstände ausser der Religion für die Zustände verantwortlich sind. Nur: Es sind derart viele muslimische Länder in denen diese Intoleranz beobachtet werden kann, dass sich ein Zusammenhang aufdrängt.

Und wer mir jetzt das Kalifat von Cordoba als schönes Gegenbeispiel nennen möchte, dem sei gesagt, dass auch dort alle Nicht-Muslime nur geduldet waren und nicht dieselben Rechte wie die muslimischen Bürger hatten.

Ach übrigens war selbstverständlich auch das Christentum niemals von sich aus Tolerant! Erst die säkulare Zähmung durch die Aufklärung (Hoch sollen sie leben! Locke, Berkeley und Humes! Rousseau, Diderot und die Enzyklopädisten! Und vor allem Kant!) hielt und hält die Christen „tolerant“.

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