#29 Schweizer Parlament – vor den Wahlen Herbst 2011 (7 Diagramme)


Ein erstes Resultat nach ein bisschen Rumspielen mit R. Ein paar Monate vor den Wahlen wollte ich den IST-Zustand der Schweizer Bundespolitik festhalten. Interessiert hat mich auch inwiefern gewisse Kantone in Bezug auf ihren Bevölkerungsanteil der Schweiz im Nationalrat über- oder untervertreten sind.

Das erste Diagramm zeigt schlicht den Zustand des Nationalrats im April 2011.  Seit den Wahlen 2007 kam es zu einigen Veränderungen (siehe dazu den Artikel mit den Diagrammen zu den Wahlresultaten 2007: #40 Schweizer Politik – Wahlen 2007 zur Erinnerung). So kann man die Wahlrergebnisse im Herbst dann sowohl mit den Wahlen von 2007, als auch mit dem Zustand gerade vor den Wahlen 2011 vergleichen.

-> Diagramm anklicken und man kann alles entziffern!

Schweizer Nationalrat April 2011

Schweizer Nationalrat April 2011 vor den Wahlen


Weiter geht es mit der Problematik der Über- oder Untervertretung von Kantonen in den Räten:
Ganz bewusst habe ich die politische Vertretung in Relation zur gesamten Wohnbevölkerung gesetzt – und nicht bloss in Relation zu Schweizern. Erstens sollen sich die Politiker um die Anliegen ALLER hier lebenden Menschen kümmern, zweitens zahlen schliesslich auch alle Ausländer Steuern und finanzieren dadurch den Bundessteueranteil ihrer Kantone mit.

Diskrepanz von Mandaten und Bevölkerung der Kantone im Parlament
Diskrepanz der Vertretung im Parlament

Die oberen drei Diagramme zeigen die Situation für den Nationalrat. Es wird verglichen, inwiefern die Mandate fair verteilt sind – die Bevölkerung entsprechend ihrer kantonalen Zusammensetzung abgebildet wird.
Links frage ich wie viele Einwohner ein Nationalrat repräsentiert (also: Einwohner(Kanton_X) / NR_Mandate(Kanton_X)). Rot werden dabei untervertretene Kantone dargestellt (Extrembeispiel: Appenzell a.R. mit über 50’000 Einwohner pro Nationalratssitz). Blau dagegen stellen übervertretene Kantone dar (Extrembeispiel: Appenzell i.R. mit weniger als 16’000 Einwohner pro Nationalratssitz). Die Mittellinie stellt dabei den „fairen“ Anteil dar (7’785’800 Einwohner / 200 NR-Sitze = 38’929).
Rechts betrachte ich die Anteile eines Kantons an der Gesamtbevölkerung bzw. Totale NR-Sitze. Die linke Säule zeigt dabei den prozentualen Anteil an NR-Sitzen (von total 200), die rechte Säule den prozentualen Anteil an der Gesamtbevölkerung (von total 7’785’800).
Die Differenzen stelle ich im mittleren Diagramm dar. Es wurde pro Kanton der Anteil der Bevölkerung vom Anteil der NR-Sitze subtrahiert (also: %NR(Kanton_X) – %Einwohner(Kanton_X)). Hier ist sehr deutlich zu erkennen, welche Kantone über- (rot) und welche untervertreten (blau) sind.
Das untere vierte Diagramm zeigt die Situation im Ständerat (kleine Kammer). Dieser Rat soll gerade nicht die Bevölkerung abbilden, sondern die Kantone. So hat jeder Kanton zwei SR-Sitze zugute, Halbkantone einen. Vor langer Zeit mag dies so hinnehmbar gewesen sein – da die Kantone halbwegs gleich stark (wirtschaftlich, militärisch, besiedelt) waren. Heutzutage hat sich das Bild aber drastisch verändert! So vertritt ein Ständerat aus dem Kanton Zürich 675’650 Einwohnern – jener aus Appenzell i.R. aber bloss 15’700. Die blaue Linie zeigt den „fairen“ Anteil (7’785’800 Einwohner / 46 SR-Sitze = 169’257).
Das Missverhältnis ist einfach zu gross geworden und das System müsste dringend angepasst werden. Viel zu viel politische Macht liegt in den Händen kleiner Zentralschweizer Kantone. Wenn Zürichs Ständeräte 4 Mal mehr und AI, GL und UR je 11 Mal weniger Einwohner vertreten als es ausgeglichen wäre, dann sollte auch ihr Stimmgewicht entsprechend angepasst werden.

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