#31 Alternative Verteilung der Nationalratsmandate (2 Diagramme)


Eine Demokratie bildet in den Parlamenten vor allem die Bevölkerungszahlen ihrer Regionen ab (grosse Kammer). Das kann zu Ungerechtigkeiten in der Finanzierung führen. Ist Beispielsweise eine Region mit wenigen Einwohnern sehr tüchtig und wirtschaftlich überdurchschnittlich erfolgreich, so muss diese Region pro Einwohner mehr zur Finanzierung des Staates (Bundes) beitragen als es ihrer Repräsentation im Parlament entspricht. Arbeitsscheue oder Misswirtschaft betreibende Regionen mit grosser Einwohnerzahl müssen dagegen pro Kopf nur wenig zur Finanzierung des Staates beitragen und behalten dennoch eine hohe Repräsentation im Parlament.

Nun frage ich mal ganz naiv, wie denn ein Parlament aussehen könnte, in welchem beides – die Bevölkerungszahl und die Finanzkraft – berücksichtigt wird. Das Diagramm unten zeigt einerseits den IST-Zustand der NR-Sitze je Kanton; andereseits zeigt sie eine alternative Sitzverteilung nach folgender Berechnung: (Anteil Bevölkerung der Schweiz) + (Anteil dir. Bundessteuern der Schweiz). Also: 100% Einwohner CH + 100% Bundessteuern CH = 200 Nationalratssitze; so kommt beispielsweise Aargau auf: 4.9% der Einwohner CH + 7.7% der Bundessteuern CH = 12.6 => 13 Nationalratsmandate. Zuletzt wird dem grössten Kontingent ein Sitz abgezogen, um die Aufrundungen zu kompensieren.

Alternative NR-Mandatsverteilung nach Bevölkerung und Finanzkraft
Alternative NR-Mandatsverteilung -> Diagramm anklicken und man kann alles entziffern!

Fünf Kantonen würde zu mehr Geltung verholfen: Basel-Stadt, Genf, Schwyz, Zug und Zürich. Diese Kantone tragen überproportional viel zum Bundeshaushalt bei – dies sollte auch zu politischer Macht führen. Für zehn Kantone ändert sich überhaupt nichts. Für weitere zehn Kantone würde die alternative Verteilung nur zu sehr geringen Verlusten führen (ein oder zwei Mandate weniger). Einzig Bern würde massiv an Geltung verlieren: Sechs Sitze müsste der Kanton abgeben – zu schwach ist seine wirtschaftliche Leistung (und dies TROTZ – nicht wegen – all der Bundesinstitutionen in der Hauptstadt!).

UPDATE!

In der Zwischenzeit habe ich erkannt, dass eine solche Anpassung der Mandatsverteilung NICHT im Nationalrat (grosse Kammer) vorgenommen werden darf. Der Nationalrat ist schliesslich die Vertretung der Bevölkerung – und die soll selbstverständlich auch vertreten werden, egal ob reich oder arm!
Die Anpassung müsste im Ständerat vorgenommen werden: Dort werden schliesslich die Kantone vertreten und ich argumentiere gerade mit der wirtschaftlichen Leistung und dem Beitrag zur Eidgenossenschaft der Kantone.

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