#44 Kantonsgrössen nach Einwohnerzahl – Asymmetrien (1 Diagramm)


Wie asymmetrisch ist die Schweizer Bevölkerung eigentlich auf die Kantone verteilt? Ein Diagramm zur Veranschaulichung:
-> Diagramm anklicken und man kann alles entziffern!

Bevölkerung der Kantone und Kantonsanteile an der Gesamtbevölkerung - 2009

Das Diagramm zeigt mit den Säulen die absoluten Einwohnerzahlen – auf den Säulen angegeben ist der prozentuale Anteil eines jeden Kantons an der Gesamtbevölkerung. Zur Skala rechts ist zweimal eine kumulative Summe eingezeichnet – in rot von links gezählt, in orange von rechts gezählt. Dazu sind die prozentualen Anteile an der Gesamtbevölkerung einiger Gruppen von Kantonen angegeben.

Die Verteilung ist mehr als nur ein bisschen asymmetrisch. Sie ist völlig schief. Die sechs grössten Kantone beherbergen 58.5% der Gesamtbevölkerung; die sieben mittelgrossen Kantone umfassen noch 26.3% und die dreizehn kleinsten Kantone bloss noch 15% der Gesamtbevölkerung.

Bemerkenswert sind auch die Extrema: Allein die beiden grössten Kantone (Zürich und Bern) bringen es auf 29.9%. Am anderen Ende der Skala finden wir die acht kleinsten Kantone mit je unter einem Prozent Anteil an der Gesamtbevölkerung. Zusammen beherbergen diese acht Zwerg-Kantone (Schaffhausen, Jura, Appenzell a.R., Nidwalden, Glarus, Uri, Obwalden und Appenzell i.R.) nur 4.7% der Gesamtbevölkerung der Schweiz.

Auf die Hälfte der Gesamtbevölkerung kommt man mit fünf (5) grossen Kantonen, von der Seite der Kleinen aus gezählt benötigt man dazu ganze 22 Kantone! Um drei Viertel der Gesamtbevölkerung zu repräsentieren brauchen die Grossen zehn Kantone, die Kleinen dagegen erreichen diesen Wert nur mit Bern – also mit 25 Kantonen!

Was mich immer wieder empört ist die Tatsache, dass dabei Zürich und Bern zusammen nur vier (4) Stimmen im Ständerat haben, die kleinsten acht Kantone hingegen kommen auf deren zwölf (12)!

Noch dramatischer die Situation bei der 3/4- Mehrheit: ZH, BE, VD, AG, SG, GE, LU, TI, VS und FR umfassen zusammen 75% der Gesamtbevölkerung – Stimmen in Ständerat haben sie aber nur 20 – für eine Mehrheit wären aber 24 Stimmen notwendig! Die restlichen 25% der Gesamtbevölkerung finden wir in den Kantonen BL, SO, TG, GR, BS, NE, SZ, ZG, SH, JU, AR, NW, GL,UR, OW und AI – diese 16 Kantone haben aber im Ständerat eine Mehrheit mit 26 Stimmen!

Kann ein System, in dem eine Minderheit von 25% der Bevölkerung mehr Macht hat als eine qualifizierte Mehrheit von 75% der Bevölkerung als demokratisch bezeichnet werden?

Die gleichmässige Vertretung wäre nur gerechtfertigt, wenn auch alle Kantone finanziell gleich viel zur Eidgenossenschaft beitragen würden. Dies ist in Realität aber ebenfalls nicht der Fall – die meisten grossen Kantone zahlen überdurchschnittlich viel – die kleinen Kantone sind im „Ständeratsclub“ dagegen quasi gratis dabei und halten erst noch die Stimmenmehrheit.

Weitere Diagramme zur Bevölkerung der Schweiz und der Schweizer Kantone, insbesondere des Wachstums, findet man hier.

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