#89 Liebe Agnostiker und Wahrscheinlichkeits-Theisten


Wer a. sagt, muss auch b. sagen…

UPDATE! (Erste Version wurde nachträglich entfernt)

Anmerken sollte ich vielleicht noch, dass dies nicht meiner Überzeugung entspricht. Ich lasse mich hier quasi auf das Spiel ein (a. wird schliesslich oft von theistischer Seite als Argument gebracht) und befolge die Spielregeln. Persönlich finde ich aber gewisse konkrete Ausformungen von Religionen völlig unwahrscheinlich.

Die Theodizee ist ein logisch unauflösbares Problem für alle grossen monotheistischen Religionen – entsprechend sind ihre Behauptungen wenig wahrscheinlich. Ebenso ist aller (naiver) Wunderglaube zum vornherein unglaubwürdig – und alle Religionen die einen ins Weltgeschehen eingreifenden Gott behaupten ebenso.

Zumindest vorstellbar sind calvinistische Systeme (alles ist fest vorherbestimmt) oder der Deismus (Gott hat sich seit dem Schöpfungsakt [des Universums] zurückgezogen). Beides kann aber auch leicht wieder ridikülisiert werden mit Gedankenexperimenten wie dem „Jetzt-gerade-ismus“ (z.B. Ich bin ein Gott und habe die Welt – mit allen Inhalten und Erinnerungen – gerade eben vor 3 Sekunden geschaffen) den man auch nicht widerlegen kann.

7 Gedanken zu „#89 Liebe Agnostiker und Wahrscheinlichkeits-Theisten

  1. I see what you did there!😉

    Zu a: Ich weiss nicht, ob man Gott mit einem ‚höchsten Prinzip‘ gleichsetzen kann. Wer an die platonische Ideenwelt glaubt, würde in einem Sinne an ein höchstes Prinzip glauben, müsste aber trotzdem nicht Gott glauben. Wie es die Objektivisten tun.
    Atheismus ist dann auch ganz etwas anderes als ‚die physikalisch erfahrbare Wirklichkeit ist die einzige Wirklichkeit‘. Letzteres ist eher eine Beschreibung für den Naturalismus / Physikalismus. Atheismus ist für mich einfach der Nichtglaube an Gott.

    Zu b: Wenn du links theistische Ideologien auflistest, müsstest du wohl rechts atheistische Ideologien auflisten. Aber das wäre weder befriedigend noch zweckmässig.

    Ich würde deshalb vorschlagen, rechts stärker auf die spezifischen Götter zu fokussieren und nicht auf die übergeordneten Ideologien. Vielleicht dann rechts ‚Atheismus‘ durch ‚Kein Gott‘ ersetzen?

    • Danke für die Hinweise!
      Bei a. lasse ich wohl einfach am besten die Kommentare weg. Zu Theismus wollte ich die unschöne Formulierung „es gibt einen Gott“ umgehen um möglichst alle Fälle abzudecken – deshalb „das Prinzip“…
      Allgemein sind Atheismus/Theismus ja bloss die Schlagworte – eigentlich stehen sich doch Naturalismus/“Supernaturalismus“ gegenüber, deshalb auch die merkwürdigen Worte beim Atheismus (die gar nicht den Atheismus umschreiben).
      Bei b. sehe ich kein Problem, da sich verschiedene Nicht-Konzepte bezüglich des Nichtglaubens nicht widersprechen/konkurrieren können (der Gegenstand ist ja abwesend…).

  2. re: Update:

    Das sieht doch schon besser aus. Bei b würde ich immer noch die Religionen durch die einzelnen Götter ersetzen, aber das ist dann halt Geschmacksache, ich kann ja für mich eine eigene Version machen.

    Links sollte ‚Wahrscheinlich‘ klein geschrieben werden, rechts ‚übersinnliches‘ gross. ‚Richtige‘ und ‚Vergessenen‘ würde ich wohl auch klein schreiben.

    • Hihi… das hört sich an, als ob da „jemand“ die Abbildung benutzen möchte – ich werd‘ die Orthografie gleich korrigieren (das grosse „ü“ kann ich aber nicht versprechen – irgendwie streikt Inkscape da).

  3. Mir fehlen die Agnostiker, welche dann wohl ausserhalb des Kreises befindlich sein müssten, da sie die Frage schlicht offen lassen, also gegenüber den anderen Gruppen vermeiden wollen, dem natürlichen Bedürfnis, auf alles eine Antwort zu haben, überhaupt nachzugeben. Oder man bezeichnet dies als eine Reaktion, welche dann wohl einen Drittel der Fläche beanspruchen würde… .- quasi: Ja, Nein, Vielleicht.- Und ich würde die Grafik dann auch gut brauchen können für Vereinsarbeiten!🙂

    • Genau so habe ich es mir gedacht: Agnostiker stehen aussen und sagen, dass man „sachlich gesehen“ nicht entscheiden kann ob es einen Gott gibt oder nicht (Abb. a.). Damit wollen sich Agnostiker möglichst elegant (und unbeschadet) aus der Affaire ziehen. In b. zeige ich dann, was dies aber konkret auf die existierenden (oder überhaupt je realisierten) Religionen konkret bedeutet: Es bedeutet, dass auch aus agnostischer Perspektive der Atheismus ein 1000-Faches wahrscheinlicher ist als der Katholizismus oder das Mormonentum…

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