#126 Schweizer Siedlungsbrei – Versuch 2


Bei meinem letzten Versuch die Populationsdichte oder Siedlungsdichte der Schweiz darzustellen hat mir etwas keine Ruhe gelassen: Die (theoretische) Besiedlungsfläche.

Die Siedlungsdichte ist eine sehr vage Grösse – oft massgeblich durch willkürlich gezogene Gemeindegrenzen bestimmt (besonders deutlich bei Lausanne oder Bern – beides recht dichte Städte mit grossen Ländereien oder Waldanteil auf dem Gemeindegebiet). Gegen diese Verzerrung kann ohne die Daten der effektiven Siedlungsflächen kaum korrigierend eingegriffen werden. (edit: The Economist hat eine kleine Grafik zu genau diesen Diskrepanzen publiziert: Demography is Density)

Ebenfalls verzerren unproduktive bzw. unbesiedelbare Gemeindegebiete das Bild. Beispielsweise Seeflächen vergrössern das Gemeindegbiet und senken die Siedlungsdichte massiv. Ähnliches gilt für steile Bergflanken – welche in der Schweiz sehr viel Boden besetzen. Gegen diese Form der Verzerrung kann man aber korrigierend eingreifen – ich habe die betreffenden Gebiete einfach von den Gemeindeflächen subtrahiert. Besonders interessant ist dies natürlich für die Bergkantone – deren (relevante) Städte und Dörfer sich allesamt auf dem Talboden finden und weitaus höhere Dichten erreichen, als es die Analyse aufgrund des ganzen Gemeindegebietes ahnen lässt.

Hier erst das Resultat meines zweiten Versuchs – man beachte vor allem all die grauen – und damit verstädterten – Alpentäler:

CH_settleareaHinweis: Bei mehrteiligen Gemeindegebieten kommt es zu Fehlern – das Kerngebiet dürfte in etwa korrekt sein, die Siedlungsdichte der Exklaven wird jedoch ebenfalls mit der Gesamtbevölkerung der Gemeinde berechnet (gut sichtbar bei Lausanne: Die ländliche kleinere Exklave (Vernand) wird mit d > 4999 dargestellt – was natürlich falsch ist).

Zur Illustration welche Gebiete von den Gemeinden subtrahiert wurden:
1. Alle Gebiete über 1500m (schliesst leider fälschlicherweise das verstädterte Oberengadin und Davos aus):

CH_highaltitude

2. Alle Gebiete ab einer gewissen Steigung:

CH_steepslopeDies ergänzt das ‚1500m‘-Raster um Berghänge bis zum Talgrund, sowie um steile Voralpenlandschaften (Napf, Toggenburg) und die Jura-Höhenzüge.

3. Alle grösseren Seeflächen (die Flussläufe kämen eigentlich auch noch dazu)

CH_lakes

Theoretisch könnte man auch noch die (in der Schweiz geschützten und garantierten!) Waldflächen subtrahieren – die Daten standen mir aber nicht zur Verfügung; zumindest theoretisch kann man die Gesetze auch anpassen und so auch diese Flächen (zur Siedlung) nutzbar machen.

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