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Das bin ich in etwa: Naturwissenschafter (Biologie), männlich, Mitzwanziger.

Da komm‘ ich her: Schweiz, Kanton Zürich.

Religiöser Hintergrund: Ich bin (war) getauft und konfirmiert und zwar reformiert (also zwinglianisch). Ich war auch Mitglied im CVJM, was hier bei uns aber mehr den Charakter von Pfadfindern hat – trotzdem war es hin und wieder auch religiös verbrämt.

Meine (langweilige) Austrittsgeschichte: Ende des Biologiestudiums habe ich dann meiner Kirchgemeinde einen Austrittsbrief zukommen lassen (gläubig war ich schon lange nicht mehr, meinen Eltern zuliebe wartete ich aber noch mit dem Austritt – merkwürdig genug, sind meine Eltern doch eigentlich gar nicht religiös…).

Den Ausschlag hatte damals eigentlich ein Gespräch mit einem älteren Ehepaar der Zeugen Jehovas gegeben. Ich sass am Waldrand auf einer Bank und las in einem Biologiebuch… Dann kam dieses Ehepaar und wir unterhielten uns freundlich, also durchaus angenehm. Schliesslich kam das Gespräch auf mein Studium und da hatten sie dann doch einige Bedenken anzumelden. Es stellte sich heraus, dass sie Kreationisten waren und die Bibel wortwörtlich für Gotteswort nahmen. Wir stritten noch etwas miteinander, aber bloss harmlos (Ich: In der Bibel stehen aber auch viele Grausamkeiten! Sie: Gottes Wege sind unergründlich), man will ja nicht unhöflich sein. Zum Abschied drückten sie mir noch ein Antievolutions-Flugblatt in die Hände. Das hat dann dem Fass den Boden ausgeschlagen.

Ab da war mir klar, dass man nicht nur friedlich Ungläubig sein darf. Nein, gegen solche Verblendung muss man einfach Widerstand anmelden. Alles andere wäre unredlich.
Das Flugblatt legte ich übrigens – zusammen mit dem Text „Warum ich kein Christ bin“ von Russell – meinem Austrittsbrief bei. Das Flugblatt als Beispiel der permanenten Verletzung meiner areligiösen Gefühle. Den Russell zur Aufklärung der Kirchgemeinde, da mir das geistige Wohl meiner Mitmenschen sehr am Herzen liegt.

Der Pfarrer bot mir in einem Antwortbrief noch ein Gespräch an, was ich aber dankend ablehnte. Was soll denn das bringen? Ich werde ihn wohl kaum zum Atheisten machen können. Ausserdem wäre das auch ein Kampf mit ungleichen Spiessen: Ein schüchterner Student gegen einen Berufsrhetoriker!

Typisch war dann noch das Nachspiel. Bei der nächsten Abstimmung erhielt ich wie immer auch den Stimmzettel für die Kirchgemeinde: Offensichtlich war ich immer noch als Mitglied geführt! Also nochmals einen Brief geschrieben, diesmal natürlich nicht mehr so höflich.
Der Pfarrer hat dann immerhin die Verantwortung auf sich genommen und um Verzeihung gebeten – kann man ihm zugute halten.

Übrigens habe ich im Austrittsschreiben um Löschung sämtlicher persönlicher Daten gebeten. Ich habe das natürlich nie kontrolliert, doch ich habe starke Zweifel, dass die wirklich meinen Namen aus dem Taufregister getilgt haben…

Anmerkung: Da gewisse Verblendete (also Theisten und andere Religioten) die Story oben als Grund für meinen Nicht-Glauben annahmen sei dies hiermit ausdrücklich verneint. Die Geschichte erzählt nur vom Kirchenaustritt und NICHT von meinen Überzeugungen oder Ursachen weshalb ich die atheistische Perspektive vertrete. Der Fakt, dass ich dies ausdrücklich noch erwähnen muss, zeigt einmal mehr wie verblendet und reisserisch (eben: religiotisch) diese Leute sind. Noch einmal: Im Text oben sind KEINE Argumente für den Atheismus vorhanden – ich war auch schon vor der Begegnung mit den Zeugen Jehovas Atheist! Die Begegnung mit den Zeugen hat mich nur noch bestärkt aus der Kirche auszutreten und meinen Atheismus auch etwas forscher zu vertreten.