#133 Die Bevölkerungsverteilung auf Gemeindestufe (1 Karte)

Der Artikel von gestern (#132) wurde doch ziemlich rege besucht – deshalb lege ich nochmals zum Thema nach. Bei Philippe Wampfler findet man (nebst seinem eigenen Reformvorschlag) einige weiterführende Dokumente zu existierenden Reformvorschlägen (des Ständemehrs) aus der Politikwissenschaft, sowie einige lesenswerte Kommentare dazu.

Grundsätzlich hat man zwei Optionen: Weiterlesen

#132 Das Ständemehr einmal mehr in der Kritik – mein Update (5 Karten, 4 Diagramme)

UPDATE: Interaktive Übersichtsseite von mir (meine erste Bastelarbeit mit D3.js).

Meine gute alte Übersicht zeigt eigentlich noch immer alles Relevante – deshalb bringe ich sie nochmals, gleich hier an erster Stelle:

Bevölkerung der Kantone und Kantonsanteile an der Gesamtbevölkerung - 2009

Bevölkerung der Kantone und Kantonsanteile an der Gesamtbevölkerung – 2009

Als gemorphte Karte sieht die Bevölkerungsverteilung folgendermassen aus:

mittlereWohnBevDies ist also die Realität. So leben die Menschen in der Schweiz, welche Weiterlesen

#126 Schweizer Siedlungsbrei – Versuch 2

Bei meinem letzten Versuch die Populationsdichte oder Siedlungsdichte der Schweiz darzustellen hat mir etwas keine Ruhe gelassen: Die (theoretische) Besiedlungsfläche.

Die Siedlungsdichte ist eine sehr vage Grösse – oft massgeblich durch willkürlich gezogene Gemeindegrenzen bestimmt (besonders deutlich bei Lausanne oder Bern – beides recht dichte Städte mit grossen Ländereien oder Waldanteil auf dem Gemeindegebiet). Gegen diese Verzerrung kann ohne die Daten der effektiven Siedlungsflächen kaum korrigierend eingegriffen werden. (edit: The Economist hat eine kleine Grafik zu genau diesen Diskrepanzen publiziert: Demography is Density)

Ebenfalls verzerren unproduktive bzw. unbesiedelbare Gemeindegebiete das Bild. Beispielsweise Seeflächen vergrössern das Gemeindegbiet und senken die Siedlungsdichte massiv. Ähnliches gilt für steile Bergflanken – welche in der Schweiz sehr viel Boden besetzen. Gegen diese Form der Verzerrung kann man aber korrigierend eingreifen – ich habe die betreffenden Gebiete einfach von den Gemeindeflächen subtrahiert. Besonders interessant ist dies natürlich für die Bergkantone Weiterlesen

#125 Der Schweizer Siedlungsbrei (3 Karten)

Die Schweiz hat zwar knapp acht Millionen Einwohner, jedoch keine Millionenstadt. Die grösste Stadt ist (mit grossem Abstand) Zürich mit über 390’000 Einwohner – insgesamt sind sechs Städte mit über 100’000 Einwohner zu zählen, dazu kommen vier weitere mit je über 50’000 Einwohner. Das war es dann auch schon – was man an selbstverwalteten Gemeinden in der Schweiz ‚Stadt‘ nennen kann.

Doch der Blick bloss auf die administrative Einheit der Gemeinde versperrt den Blick für die zusammengerückten und miteinander verwachsenen Siedlungsgebiete. Mit der folgenden Karte habe ich versucht die Verstädterung – und die wenigen verbliebenen Dörfer – sichtbar zu machen.
Deutlich wird vor allem, dass unter ‚Verstädterung‘ hierzulande gerade NICHT die Bildung von dichten und grösseren Städten zu verstehen ist, sondern ein amorpher Siedlungsbrei über das ganze Land hinweg.

CH_Stadt-Dorf

Für eine exakte Analyse wäre die eigentliche Siedlungsfläche zu berücksichtigen – diese Daten fehlen mir aber; mir verfügbar waren die Gemeindeflächen, als auch die Einwohnerzahl jeder Gemeinde (Stand 2010). Weiterlesen

#118 Statistische Daten zur Schweiz in einer kompakten Tabelle

Ich habe eine Tabelle zusammengestellt mit statistischen Daten zur Schweiz, nach Kantonen geordnet. Alles Datenmaterial ist zwar prinzipiell sehr einfach zugänglich (BfS), doch leider auch sehr verstreut und manchmal findet man das Gewünschte in der Flut an Daten beinahe nicht.

Meine Zusammenstellung bietet vier politische Tabellenblätter (Sitzverteilung in National- und Ständerat, sowie jene der Kantonsregierungen und Kantonsparlamente) und ein grösseres Tabellenblatt zur Struktur der Kantone (siehe Liste unten). Berücksichtigt habe ich nur die jeweils aktuellsten Daten, habe aber alle Quellen (Site und File) angegeben, so kann bei Bedarf leicht nach älteren Daten gesucht werden.

Ich vermute es wird auch anderen Interessierten ähnlich wie mir gehen: Zwar interessiert, aber nicht versiert genug um via API auf mittlerweile vorhandene Weiterlesen

#117 Gemorphte Karte – Schweizer Krebstumor erkannt: Krasse Übervertretung visualisiert

Bild

UPDATE!
Alle Karten wurden durch aktuellere ersetzt und die Verzerrung mit grösserem Rechenaufwand neu berechnet.Bitte anklicken um das animierte Gif zu sehen (zwei Bilder abwechselnd).

Nachtrag: Ärgerlicher Weise habe ich veraltetes Kartenmaterial erwischt – hier wird das Laufental noch zu Bern und nicht zu Basel-Landschaft gezählt.

Quellen:
QGIS http://www.qgis.org/
ScapeToad http://scapetoad.choros.ch/
Gimp http://www.gimp.org/
BfS http://www.bfs.admin.ch/bfs/portal/de/index/themen/01/02/blank/dos/mittlere/01.html
GADM http://www.gadm.org/download

Hier die beiden Karten als Einzelbilder. Weiterlesen

#113 Die Psalter Weltkarte

Als Fan von schön aufbereiteten Daten mag ich natürlich auch alles Kartenmaterial. Einen besonderen Reiz haben auf mich insbesondere auch alte, historische Karten. Auf r/mapporn bin ich unlängst auf ein besonders schönes und interessantes Stück gestossen: Die Psalter Weltkarte von ca. 1265.

Der Name verrät es, es handelt sich um eine Miniatur in einer religiösen Schrift. Solche Karten aus dem Mittelalter halten auf beeindruckende Weise den Kenntnisstand der damaligen Menschen über die Geographie  fest. Weiterlesen

#108 Statistisches von den olympischen Spielen 2012

Die Spiele in London sind vorbei und die Medaillen eingesackt. Es interessiert natürlich der (eigentlich total nationalistische) Medaillenspiegel. Nebst den absoluten Medaillengewinnen haben sich auch relative Betrachtungen eingebürgert – die Leistungen werden in Bezug zur Bevölkerungsgrösse des Staates/Gebiets gesetzt. Ausserordentlich hübsch ist dies den Machern von http://www.medalspercapita.com gelungen.

Was mich nun weiter interessierte war der Bezug zur Delegationsgrösse. Man sollte annehmen, dass bevölkerungsreiche Staaten auch mehr Athleten entsenden und dies wiederum die Chancen auf Medaillen erhöht.

Ebenfalls interessant wäre, ein Mass für die Wirtschaftsleistung der Staaten in die Betrachtung mit einzubeziehen – reiche Länder werden wahrscheinlich allgemein mehr Athleten entsenden. (medalspercapita.com bietet die Möglichkeit den Erfolg in Beziehung zum BIP [current US$] darzustellen)

In einem ersten Schritt habe ich mir die Delegationsgrössen angeschaut. Weiterlesen

#98 Geologische Zeiträume in korrekten Proportionen (2 Diagramme)

Uns Menschen fehlt allen ein ausreichendes Vorstellungsvermögen für erstaunlich einfache Sachverhalte. Besonders unfähig sind wir darin, uns grosse Zahlen vorzustellen – dabei ändert sich in der Sache nichts, ob ich mir nun die Zahlen 2,3 und 4 vorstelle (auf meinem mentalen „Zahlenstrahl“) oder die Zahlen 4’523’231, 4’523’232 und 4’523’233. Und die Begrenztheit beginnt schon bei viel tieferen Zahlen, als wir uns meistens eingestehen wollen: So zwischen 8 (für die meisten) und 16 (für sehr talentierte) liegt die Wahrnehmungsgrenze. Für Millionen haben wir kein Gefühl und keine Vorstellung und für noch höhere Zahlen noch weniger.

Mir ist das im Studium einige Male aufgefallen – meistens wenn es um sehr grosse Zeiträume ging. Bekannt ist vielleicht die Standard-Tabelle für Stratigraphie ISC (also die „geologischen Schichten“):

Mein Problem mit dieser Art der Darstellung war immer, dass ich die Zeiträume intellektuell zwar lesen und verstehen kann (die Jahresangaben sind in Zahlenform angegeben) – ein Gefühl oder eine konkrete Vorstellung fehlt mir aber völlig. Weiterlesen