#148 Kirchen: Am Ende geht es doch immer nur ums Geld

Exponenten der Kirchen zeigen immer wieder ausserordentliches Talent mit dämlichen Verdrehungen meinen Blutdruck in ungesunde Regionen zu drücken. Wir kennen das „dein Unglaube ist auch ein Glaube“, das allseits beliebte „du kannst das Nicht-Vorhandensein eines Gottes auch nicht beweisen“, oder „du kannst X nicht erklären, also: Christlicher Gott“.

Auf einer konkreteren Ebene trifft man oft auf folgende freche Unterstellung/ Verdrehung: Bei Leuten die aus der Landeskirche austreten, sei letzlich meist festzustellen, dass die Kirchensteuern den Ausschlag gaben. – Kirchenaustritt als Sparübung sozusagen.

Diese bösartige Fehldeutung zu Propagandazwecken ist so typisch für die Kirchenvertreter. Niemals würden sie die offensichtliche Ursache-Wirkung Beziehung laut aussprechen: Dass man sich dem Verein (der Kirche) nicht mehr zugehörig fühlt (oder gar feststellt, dass die Kirche die eigenen Überzeugungen bekämpft!) und den Verein deshalb auch nicht weiter finanziell unterstützen möchte. – Klar „spart“ man sich so auch die Kirchensteuer, doch die ursächliche Motivation ist das wohl nie.

Advertisements

#147 So spricht ein ev.-ref. Bischof

Bischof kann seinen Glauben nicht schlüssig begründen: Mystik und Bedürfnis nach Orientierung führen doch nicht logisch zu „Christentum“ – und er weiss das natürlich auch. Ganz am Schluss ist er noch ehrlicher, da formuliert er sein Bedürfnis nach Rache (aka „eine andere Gerechtigkeit“, sprich ewiges Höllenfeuer für „die Bösen“).

Das Gespräch insgesamt aber sehr angenehm und mit den Eingeständissen des Bischofs, dass es bald einer institutionellen Korrektur bedarf, auch hoffnungsvoll.

#143 mit Religiösen über Religion sprechen – Vorbedingung

Über die Sache Gott und Religion streite ich mich immer mal wieder gerne mit Bekanntschaften. Und wenn ich „streite“ schreibe, so meine ich damit weniger eine Eskalation der Gehässigkeiten, sondern ein engagiertes und pointiertes Gespräch. Und ich geniesse das auch sehr – ich streite mich gerne (auch wenn ich nicht unbedingt besonders gut darin bin…).

Allgemein halte ich es so, dass ich meine Überzeugung nicht von mir aus ausbreite – wenn ich aber zum Thema angesprochen werde, oder wenn ich gröbste Pauschalisierungen oder Vereinnahmungen höre, dann antworte ich auch und verstecke meinen Atheismus auch nicht.

Mal um mal muss ich aber feststellen, wie geistig unflexibel diese Gläubige in aller Regel sind. Unglaublich stur setzen sie ihre Behauptungen als gegebenen Fakt voraus und sind nicht fähig einfach mal vorläufig einer hypothetischen Alternative zu folgen.

Beispiel

CHRIST: Schau dir doch an, wie gut wir es in Europa haben. Andere Erdteile – ohne Christentum – haben es nicht so gut.

ICH: Die Vorzüge die wir hier geniessen sind aber nicht religiösen Ursprungs. Uns geht es gut, weil wir in Demokratien leben, weil wir eine Aufklärung erlebt haben, weil es einen Wettstreit der guten Ideen/Meinungen gibt (die man auch frei äussern kann).

CHRIST: Alles was du genannt hast stammt aber auch – als Keim – aus dem Christentum. Fakt bleibt: z.B. eine Aufklärung fand im CHRISTLICHEM Europa statt. Wenn du diesen Zusammenhang abstreitest, dann musst du auch eine alternative Erklärung bieten!

MEIN GEDANKE: Selbstverständlich haben auch christliche Denker an der Aufklärung mitgewirkt, auch war die Reformation einer der ganz grossen Impulsgeber – alles unbestritten. Dennoch musste jeder noch so kleine Fortschritt aufs Bitterste von der christlichen Religion und ihren Hohepriestern abgerungen werden. Weiterlesen

#140 Inseln im Religionsgefüge

Heute wurde in r/mapporn eine ästhetisch sehr ansprechende Karte präsentiert – sie zeigt quasi die Verbreitung von Religionen in der Welt (quasi, da eigentlich nur nach der „Wichtigkeit“ von Religion im Alltag gefragt wurde).

religions-rgb[1]Quelle: khakhalin, Reddit

In der Überschrift des Threads wurde schon auf eine Spezialität hingewiesen: Die Buddhisten in Europa sind auf der Karte erkennbar – die Kalmücken im Kaukasus. Weiter im Thread wurden dann weitere solche „Unregelmässigkeiten“ oder eben „Inseln“ genannt (nicht alle sind auf der Karte sichtbar).

Um der Allgemeinbildung willen fand ich es wert, die Irregularitäten nochmals hier aufzulisten (weitere Infos finden sich in der englischsprachigen Wikipedia):

Die Kalmücken – Buddhismus in Europa.

Bali – Hinduismus in Indonesien.

Meghalaya & Mizoram – Christentum in Indien.

Nagaland – wie Meghalaya & Mizoram Christentum in Indien, aber hier mit Mehrheit von Babtisten.

Tschechien – Säkkulare in Europa (sehr gut sichtbar in der Karte). Artikel: Religion in Tschechien.

#137 Ekstase, Rausch & Trance

Wo Religion eine (menschlich, kulturell) wichtige Rolle spielen könnte und sollte, tut sie es bei uns gerade nicht. Unsere lahmen, zivilisierten Hippie-Jesus Kirchen leisten allenfalls noch etwas in der Armenfürsorge – ansonsten sind sie bedeutungslos. Zum Glück vielleicht.

Ich finde es aber doch recht auffallend, dass die ursprünglichen Religionen – überall in der Welt – immer auch für die ekstatischen Belange zuständig sind. Nur im Christentum – und eigentlich sogar nur im westeuropäischen Christentum (us-amerikanische charismatische Strömungen und Orthodoxie teilweise kennen Ekstase nach wie vor) – haben die Kirchen diesen Teil des Mensch-seins und der Gemeinschaft systematisch unterdrückt, ausgerottet oder wenigstens aus ihrem Zuständigkeitsbereich verbannt.

Gar nicht selten hört man von Kirchenvertretern verurteilende Worte über sogenannte Ersatzreligionen: Fussball, Saufgelage und ähnliches. Auf mich wirkt das reichlich ironisch – waren es doch gerade die Kirchen selbst, welche diese fundamental menschlichen Bedürfnisse nicht mehr abdecken wollten.

Mit Interesse und Freude suche ich auf Youtube manchmal entsprechende Belege Weiterlesen

#136 Sollen Kinder religiös erzogen werden? (SRF – Sternstunde Religion)

HINWEIS: Da dieser Artikel gerade das x-fache an den sonst üblichen Zugriffszahlen dieses Blogs verzeichnet… fühle ich mich doch genötigt auf den Tweet hinzuweisen, mit dem ich diesen Post beworben habe: „Mein Senf zur Sternstunde Religion von gestern – (nur Senf – keine inhaltliche Analyse)“. Wer hier eine Besprechung der Sendung sucht, den muss ich enttäuschen – ich schildere bloss meinen Eindruck und gebe einige Kommentare ab.

Valentin Abgottspon traf in der Sternstunde Religion des SRF auf zwei Vertreter der ‚weichspühl Religionen‘ und man darf sich sicher glücklich schätzen, dass gerade Abgottspon unser ‚Vorzeigeatheist‘ ist. Gerade in einer solchen Runde, bei der die Religionsvertreter (eine Jüdin und ein Christ) betont gelassen und tolerant auftreten (und vor dem vermuteten ‚kultivierten‘ Publikum der Sendung), ist Abgottspons unaufgeregtes Auftreten sicher wirksamer als es der übliche, mit Spitzen (und Zoten) um sich werfende ‚Krawallatheist‘ sein könnte.

Klar – die Diskussionen an denen MSS teilnimmt sind kurzweiliger: MSS ist ein Schlachtross und ein absoluter Überflieger was die Rhetorik (und Sprachwitz allgemein) angeht. Trotzdem fand ich Abgottspons ‚Methode‘ sehr angebracht: Weiterlesen

#130 Jargon und Inszenierung von Religiösen

Seit längerem bin ich mal wieder über Dawkins gestolpert und zwar auf dem Atheist Media Blog. Dieser hat folgendes kurze Video gepostet:

Für die YouTube-Skeptiker hier eine Mitschrift (bitte um etwas Nachsicht…):

Religious guy: I would like to ask you professor: What do you have to say to someone – to someone who has met the risen and living lord Jesus Christ. Who has walked with God for over fifty years, who […verstehe ich nicht…] of the Holy Spirit with the same consequences as the early apostles in the book of […?…]. So – what do you have to say, Weiterlesen

#120 Religiöser Glaube vs. Geisterglaube?

Religiös Gläubige sprechen gerne abkürzend vom Glauben. Der adjektivlose Glaube soll den Eindruck vermitteln, hier liegt ein besonders verehrungswürdiger Gegenstand vor und bei demjenigen der ihn besitzt, dem Gläubigen, handelt es sich deshalb um einen besonders respektablen Menschen. In Wirklichkeit ist jeder religiöse Glaube im Kern nichts anderes als simpler Geisterglaube, jeder Gläubige nichts anderes als ein gewöhnlicher Geistergläubiger, einer der häufigsten Formen von Glauben überhaupt. Auch der Gott der Monotheisten ist ein Geist, angeblich der größte.

Quelle: hpd

Es ist schon bemerkenswert wie es den Kirchen immer wieder gelingt den „Glauben“ als etwas Verehrungswürdiges zu vermarkten. Absolut ausserordentlich ist ihre Leistung aber immer dann, wenn es ihnen gelingt Esoteriker oder Okkultisten (edit: allgemein Andersgläubige) als Spinner und Quacksalber zu benennen – OHNE jedoch diesen Vorwurf auf SICH SELBST zurückfallen zu lassen. Wie ist so etwas möglich?

#114 Analogie: Gerichtsverhandlung über Gottes Existenz

Wird einem Angeklagten der Prozess gemacht, so gilt es ihn einer Tat zu überführen – nur dies ist relevant. Kann nicht schlüssig gezeigt werden, dass der Beschuldigte die Tat begangen hat, so wird er freigesprochen – vollkommen egal ob er tatsächlich unschuldig ist oder nur nicht genügend Beweise vorlagen.

Tatsächlich wäre es in den meisten Fällen auch gar nicht möglich die Unschuld (also die Nicht-Tat) zu beweisen. Allenfalls kann belegt werden, dass sich der Beschuldigte zur Tatzeit woanders aufhielt – er also ein Alibi hat; doch umgekehrt bedeutet das Fehlen eines Alibis noch lange nicht, dass jemand auch Täter war… Weiterlesen