#151 SRF Sternstunde Philosophie: Zwei Philosophen streiten sich über Gott

Die Sendung ist für Atheisten durchaus sehenswert – wenn auch eher etwas langweilig. Theisten werden daraus kaum etwas gewinnen können – sondern werden höchst wahrscheinlich fehlerhaft schliessen, dass in dieser Sendung ihr konkreter Glaube als glaubwürdig dargestellt wurde (dem ist aber nicht so).

Der Link zur Sendung:  Die Gretchenfrage. Zwei Philosophen streiten sich über Gott

Was mir ganz stark aufgefallen ist: Der alte Mann (Tetens) labert furchtbar viel, und man lässt ihn auch über alle Gebühr labern. Auch liebt es der Alte hin und wieder einen scharfen Pfeil in Hübls Richtung abzuschiessen und erlaubt sich mit einer etwas mühsamen Nonchalance einiges an Aggressivität. Weiterlesen

#114 Analogie: Gerichtsverhandlung über Gottes Existenz

Wird einem Angeklagten der Prozess gemacht, so gilt es ihn einer Tat zu überführen – nur dies ist relevant. Kann nicht schlüssig gezeigt werden, dass der Beschuldigte die Tat begangen hat, so wird er freigesprochen – vollkommen egal ob er tatsächlich unschuldig ist oder nur nicht genügend Beweise vorlagen.

Tatsächlich wäre es in den meisten Fällen auch gar nicht möglich die Unschuld (also die Nicht-Tat) zu beweisen. Allenfalls kann belegt werden, dass sich der Beschuldigte zur Tatzeit woanders aufhielt – er also ein Alibi hat; doch umgekehrt bedeutet das Fehlen eines Alibis noch lange nicht, dass jemand auch Täter war… Weiterlesen

#110 Gesichertes Wissen – Für die Jüngeren und Neugierigen unter uns

Einen Sachverhalt wirklich zu beweisen ist nicht ganz einfach und auch viele Erwachsene haben ein eher diffuses Verständnis davon, was ein Beweis sein könnte. Dies machen sich auch einige Konter-Argumentationen von Theisten zu nutze. Hier zwei Beispiele via Reddit:

a) Beweis für die Existenz der Antarktis?

b) Beweise, dass du ein Gehirn hast!

Es bietet sich an, diese Beispiele einmal mit dem eigenen Nachwuchs durchzuspielen – es lohnt Weiterlesen

#89 Liebe Agnostiker und Wahrscheinlichkeits-Theisten

Wer a. sagt, muss auch b. sagen…

UPDATE! (Erste Version wurde nachträglich entfernt)

Anmerken sollte ich vielleicht noch, dass dies nicht meiner Überzeugung entspricht. Ich lasse mich hier quasi auf das Spiel ein (a. wird schliesslich oft von theistischer Seite als Argument gebracht) und befolge die Spielregeln. Weiterlesen

#65 Objektives Mass für Glaubensintensität

Auf dem Atheist Media Blog hat „DerAdmiral“ vor einiger Zeit eine Einheit und Skala für Glaubensintensitäten vorgeschlagen. Der Skala ist auf dem AMB eine eigene Seite gewidmet, weshalb ich vorerst auf ein Posting hier verzichtet hatte. Nun wurde die Sache im aktuellen Ketzerpodcast wieder thematisiert – und ich zum reposting animiert. Vielleicht verhelfe ich der Einheit als Multiplikator so zur weiteren Bekanntheit…

Entstanden ist die Einheit erst mal als Jux (und DerAdmiral ärgerte sich wohl ein bisschen über den zunehmend inflationär benutzten (dawkins’schen) Begriff „Religiot“) – doch eigentlich ist sie sehr gut anwendbar. Die Einheit zielt nämlich nicht auf die gefühlte oder angenommene Glaubensintensität eines Gläubigen ab, sondern wird anhand von Handlungsweisen abgeleitet – und ist somit ziemlich objektiv.

Gemessen wird die Glaubensintensität in der neuen Einheit Admiral. Die Skala reicht von 0 Admiral (= Atheist) bis 10 Admiral (= Sektengründer). Hier die vollständige Übersicht, wobei ich einige Bezeichnungen verändert habe:

Admiral [Adm]

0 Adm: Atheist (auch: offener Atheist)
Familie und Umfeld wissen von deinem Atheismus. Spricht dich jemand auf religiöse Themen an antwortest du ganz natürlich mit deinen Überzeugungen. Rituelle Handlungen werden gemieden und höchstens im Rahmen familiärer Verpflichtungen beigewohnt (Taufe, kirchliche Heirat, Beerdigung). Du trittst auch offen politisch für den Laizismus ein.

1 Adm: Versteckter Atheist (auch: verkappter, heimlicher oder vorsichtiger Atheist)
Ist zwar Atheist, kann seine Überzeugung aber nicht offen vertreten. Befürchtet soziale Ächtung oder berufliche Einschränkungen (meist sind beide Sorgen eher unbegründet).
AUCH: Agnostiker – lebt in allen praktischen Belangen als Atheist, nur in der konkreten Frage „gibt es Gott?“ ausweichende Antwort („die Frage ist prinzipiell nicht beantwortbar“) Weiterlesen

#26 Atheismus ist auch nur ein Glaube

Immer wieder bekomme ich diesen Satz zu hören und zu lesen, was mich natürlich ärgert. Mich ärgert vor allem die unreflektierte Analogie mit der Religion:

„Theismus ist ein Glaube – Atheismus ist ein Glaube“.

Gleich drei Unredlichkeiten verstecken sich darin!

A. Begriffliche Vermischung
B. Herstellung von Gleichwertigkeit
C. Absurde Logik

A.
Wer so verfährt, der missbraucht die Mehrdeutigkeit der Begriffe „Glaube“ und „glauben“ für seine Zwecke. Werfen wir doch einen Blick ins Wörterbuch. Zu „glauben“ (Verb):

1. Etwas vermuten, annehmen, der Meinung sein.
2. Dinge, die objektiv nicht bewiesen sind, auf Grund innerer Überzeugung für wahr halten.
(2. Dinge, ohne empirische Evidenz und Notwendigkeit, auf Grund innerer Überzeugung für wahr halten.)
3. Eine religiöse Überzeugung haben.

Wenn wir den Term „Theismus ist ein Glaube“ nehmen, dann ist klar, dass „Glaube“ für „eine religiöse Überzeugung haben“ steht (einen metaphysischen Glauben). Auch die zweite Bedeutung des Verbs „glauben“ schwingt mit: „Dinge, die objektiv nicht bewiesen sind, auf Grund innerer Überzeugung für wahr halten“ – leider muss man sagen, dass „bewiesen“ hier ein unglücklich gewählter Begriff ist; Weiterlesen

#19 Kategorien der Religionskritik

Religionskritik oder allgemein eine Theismusdiskussion kann auf sehr verschiedenen Stufen erfolgen. Beispielsweise kann ich mich fragen, ob es grundsätzlich Gründe gibt um eine Gottheit (oder mindestens einen Schöpfer) anzunehmen oder nicht; oder man kann danach fragen, weshalb eine Gottesvorstellung einer bestimmten Religion die Richtige sein soll. Das sind zwei gänzlich verschiedene Kategorien.
Prinzipiell kann man vermutlich einen ins Weltgeschehen nicht eingreifenden Gott nicht widerlegen; Pech für die Atheisten, aber auch Pech für die Theisten, denn die postulieren ja weit Gewagteres als einen Nicht-Eingreifer. Nun kann ich diese erste Kategorie verlassen und mich der Zweiten zuwenden: Hier muss dann gezeigt werden inwiefern eine von einer bestimmten Religion konkretisierte Gottesvorstellung überhaupt möglich ist – und so ein Vorhaben ist dann auch viel einfacher umzusetzen.
Nun gibt es aber noch viele weitere solche Kategorien (die in ihrer Schlagkraft vermutlich immer mehr abnehmen), ich kann z.B. Religionskritik üben oder konkret Bibelkritik betreiben oder auch kirchenkritisch auftreten. Was ich nun suche ist eine Systematik der möglichen Kategorien einer solchen Kritik.
Ich poste hier mal, was mir spontan eingefallen ist und wäre über Ergänzungen, Kommentare, Widersprüche, Links, etc. dankbar!

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